Kissing Spines beim Pferd

 

Kissing Spines: Die sich küssenden Wirbel.

Modediagnose oder ein ernstzunehmendes Problem?

Kissing Spines zählt zu einer am meisten festgestellten Rückenerkrankung. Sie wird auch das thorakolumbale interspinale Syndrom (TLI-Syndrom) genannt. Während viele Laien erstmal über den Namen lachen, wissen Pferdebesitzer mittlerweile welche verherenden Auswirkungen diese Diagnose mit sich bringen kann. Bei dieser Erkrankungen sind die Dornfortsätze der Wirbelsäule im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule küssend nah beinander. Dieser betroffene Bereich T12 - T18 (Sattellage) trägt das Hauptgewicht des Reiters, außerdem haben hier die Dornfortsätze eine nach vorne gerichtete Spitze und die Abstände zwischen den Fortsätzen sind in diesem Bereich am engsten. Beste Vorraussetzungen also für eine Engstellung. Der Einteilung des Schweregrades reicht von Verengungen der Abstände zwischen den Dornfortsätzen, über Aneinanderreiben (Pseudoarthrosebildung), Beginn von Sklerotisierungen am Rand, Knochenzubildungen an der Bandansatzstelle (Inserationsexostosen) bis hin zum Überlappen einzelner oder mehrere Dornfortsätze (Kissing Spines) und Bildung von Hohlräumen (Zystenbildung) erstrecken. Das Aneinanderreiben der Nachbarwirbel kann sehr schmerzhaft sein und zu Entzündungen zwischen den Wirbeln führen. Die dazwischenliegende Knorpelmasse kann bereits im Abbau begriffen sein, entweder als eine Ursache der Kissing Spines oder aber als Folge dieser Problematik. Teilweise sind sie im fortgeschrittenen Stadium sogar durch Calciumeinlagerungen komplett verknöchert.

Interessanterweise hat diese Erkrankung Geschichte, denn man konnte bereits an einem 40.000 Jahre alten Fossil des Equus occidentals (Vorfahre des Pferdes) diese Rückenerkrankung nachweisen.

Kissing Spines Therapiemöglichkeiten

Homöopathie

Homöopathisch sollte man wenn möglich einen individuellen Therapieplan anfertigen. Akute Mittel wie Nux vomica, Rhus toxikodendron, Bryonia, Belladonna, Hyperikum sind jedoch häufige Vertreter, die bei Kissing Spines angezeigt sind. Während der Nux vomica Patient reizbar ist und sich alle Symptome bei Stress verschlechtern und er unter Krämpfen leidet, ist Hyperikum ein Mittel was seinen Ansatz vor allem im Nervensystem hat. Bryonia sind mürrische Patienten, die sich ungerne bewegen, da wirklich die kleinste Bewegung schmerzt. Rhus toxikodendron passt vor allem auf Tiere, die ihrem Schmerz durch Bewegung versuchen davonzulaufen. Beide letzten Mittel reagieren äußerst empfindlich auf Kälte Nässe. Bei Belladonna steht die entzündliche Reizung mit Schwellung und Schmerzen im Vordergrund. Heftige Reaktionen treten nur auf, wenn das Tier zu bestimmten Aktionen gezwungen wird.

Neuraltherapie

Neuraltherapeutisch könnte man eine Schmerzpunktinjektionstherapie in die schmerzhaften Rückenpunkte des chinesischen Blasenmeridians hilfreich unterstützen. Gute Erfahrungen habe ich mit dem Präparat Allya der Firma Pasco gemacht.

Laserakupunktur

Eine Laserakupunktur mit unseren starken, handlichen und akkubetriebenen Lasern A Tech 50 und LA660 zweimal wöchentlich in den Akutphasen kann sehr hilfreich unterstützend eingesetzt werden um den akuten Schub abzufangen. Licht aus leistungsstarken Lasergeräten schüttet im Körper Endorphine aus, was in Konsequenz Auswirkungen auf die Schmerztherapie hat. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es viele Diagnosen. Ist der Patient gereizt und gestresst, wird es nach der Bewegung besser und stehen Stressysmptomatiken als Ursache im Vordergrund. Die Muskeln sind schmerzhaft und hart, so könnte hier die Diagnose Le-Qi Stau im Vordergrund stehen. Leidet der Patient zum Beispiel unter Qi-Mangel des Funktionskreises Milz, so sind die Rückenschmerzen persistierend und im ganzen Rücken vorhanden, werden durch Bewegung schlechter, bessern sich durch Ruhe, dabei leiden die Patienten unter Kraft- und Energielosigkeit. Hier eignen sich in der Therapie die Zustimmungs-Shu-Punkte, die auf der Rücken auf dem Blasenmeridian liegen. Die Symptome sind unterschiedlich und verlangen daher auch eine verschiedene Behandlung. Ziehen Sie zur genauen Diagnosestellung einen TCM-Therapeuten zu Rate.

Tiere mit mittelfrequentem Strom mit dem Amplimove behandeln – klingt komisch, ist aber sehr wirkungsvoll, schmerzfrei und wird sehr gut von den Tieren toleriert. Die Nachbehandlung kann auch der Besitzer, also auch Nicht-Therapeut weiterführen. Wir bieten ebenfalls die Möglichkeit des Verleihs. Unser Amplimove ist ein effektiver und akkubetriebener Praxisbegleiter. Bei dieser Stromform dringen mit der Mittelfrequenz als Trägerwelle drei therapeutisch wichtige Frequenzen (Mittelfrequenz, Niederfrequenz und Schwellimpulse) tief ins Gewebe ein und wirken gleichzeitig auf Nerven, Muskeln und Gewebe. 

Magnetfeldtherapie

Magnetfeldtherapien sind hierzulande bekannt und erfreuen sich über Beliebtheit. Die Magnetfeldtherapie kann Einfluss auf die Sauerstoffsättigung im Blut nehmen und dies kann in Folge zu einer Mehrdurchblutung und somit Schmerzlinderung führen. Mit unseren Magnetfelddecken "Der magische Umhang" (komplette durchgehende Decke) und "Der magische Doppeldecker" (teilbares Deckensystem, daher vielseitig einsetzbar) können Sie den ganzen Körper systemisch mit Magnetfeld bestrahlen.

Grundmobilität herstellen

Sattel passt, Hufe sind korrekt, der Osteopath war da – dann sind die Grundpfeiler gelegt. Übungen wie die "Karottendehnung", der Freilauf – und sich dabei auch wälzen können – ist für ein Pferd mit Rückenproblemen oder Kissing Spines sehr wichtig. Pferd an der Longe mit korrektem Durchsprung im Galopp: Die Arbeit an der Hand und an der Longe dient dem unbelastendem Aufbau des Rückens.

Erste Lektionen wie Schulterherein, Halten – Rückwärtsrichten, daraus antreten lassen und wieder Rückwärtsrichten sind sinnvoll. Beim Reiten ab – back tot he basics. Eine der wichtigsten Basics- Zügelaus-der-Hand-kauen-Lassen.

Eigentlich wäre es einfach Rückenerkrankungen beim Pferd zu vermeiden. Dafür muss man nicht der stärkste Reiter sein, aber Feingefühl für sein Pferd gepaart mit gutem Training. Übergänge und Tempounterschiede, Seitengänge (wie Schulterherein, Travers, Renvers langgezogene Traversalen), gebogene Linien und das in Verbindung mit Zügel-aus-der- Hand-kauen-Lassen sorgen dafür, dass das Pferd durch den Körper schwingt, sich loslassen kann.

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Kissing Spines: Modediagnose oder Ernstnehmen?

Für die Einen Modediagnose für die Anderen ein erstzunehmendes Problem - beide Lager haben wohl Recht. Alleine der röntgenologische Befund hat aber in relativ wenigen Fällen tatsächliche klinische Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Pferdes. Steht die Diagnose aber in Zusammenhang mit den klinische Auffälligkeiten und Rötgenbefund und alle anderen Differentialdiagnosen wurden ausgeschlossen–, so ist es eine ernstzunehmende Erkrankung.

In der Studie eines Verdener Tierarztes wurden 900 klinisch unauffälligen Pferde  röntgenologische untersucht, zwei drittel hatten laut Röntgenbild die Diagnose Kissing Spines. Somit konnte gezeigt werden, alleine der Röntgenbefund sagt noch nichts aus.

Was ist die Ursache für Kissing Spines?

Dr. Karl Blobel, der lange Jahre Mannschaftstierarzt der deutschen Vielseitigkeitsreiter und Vertrauensarzt des Holsteiner Verbandes gewesen war, hat treffend formuliert, warum Pferde mit der Wirbelsäule Probleme haben. Der Grund dafür, dass die Wir­belsäule zu den Schwach­stellen gehört, ist ganz einfach: „Die Natur hat nicht mit einge­plant, dass der Mensch auf ihr Platz nimmt. Die Wirbelsäule ist eine Hängekonstruktion, die nur an den Gliedmaßen der Vorder- und Hinterhand aufgehängt ist“.

Betrachtet man sich den Bewegungsapparat einer Remonte, so fällt nicht nur die Weichheit und Zartheit des Gewebes auf, sondern die noch nicht ausgebildeten Muskeln die fürs Tragen verantwortlich sind. Fassen Sie hierfür einfach man an die Gurtlage an der Innenseite des Ellenbogens. Vergleichen Sie das Platzangebot bei noch-nicht gerittenen Pferden mit sich-länge- im-Training befindenden Pferden. Bei den Jungpferden ist dieser Muskel noch sehr unausgebildet. Wichtige Tragemuskel sind der muskulus pectoralis und der muskulus serratus ventralis – ich nenne sie die Hängemattenmuskeln. Im Übrigen sind die unsere Tragemuskeln nicht in erster Linie die Rückenmuskeln. So wie wir Menschen gut den Spruch kennen, wer Bauchmuskeln möchte muss den Rücken trainieren, so ist es im Pferdebereich ebenso. Nahezu jedes Rückenproblem beginnt in der Muskulatur. Falsche Belastung und Überbeanspruchung führen zu Muskelkater, der später bei Übersehen zu einer Ent­zündungen führen kann. Die verspannte Muskulatur zieht die Wirbelkörper (Spondylgelenke) zusammen, so dass es auch zu Konsequenzen für den auch der Gelenksknorpel Schaden nehmen kann. Die Dornfortsätze können durch den Druck sogar unter einer Art Abrieb und damit Substanzverlust leiden. Der Teufelskreis beginnt, denn ein entzünde­ter Muskel baut sich mit der Zeit ab und die Wirbelsäule liegt schutzlos da. Jede Belastung wirkt dann direkt auf die knöcherne Struktur ein und somit unterhält sich der fortschreitende Prozess von selbst.

Ein weiteres anatomisches Band (Ligamentum), welches im Zusammenhang mit Kissings Spines meiner Meinung nach von Bedeutung ist, ist das Ligamentum ventrale, welches dicht unterhalb der Wirbelsäule verläuft. Bei zu schneller, falscher Ausbildungsweise kann dieses bei zu viel Druck von oben, Microläsionen erleiden. Gerade vor diesem Hintergrund muss bei der Ausbildung von Pferden bewusst auf schonendes und langsames Anreiten mit stetig steigernder Belastung geachtet werden. In der heutigen Zeit lautet aber leider die Devise - Zeit ist Geld und so werden Pferde oftmals mit zu viel Handeinwirkung, zu viel Aufrichtung, zu hohem Tempo oder permanentem Untertempo, zu wenig Aktivität aus der Hinterhand, falsch verstandener oder keiner Anlehnung, zu wenig Gymnastizierung geritten.

Pferde mit einem Senkrücken erleiden häufiger an einem Kissing Spines Syndrom. Weitere Ursachen für dieses Syndrom können auch durch Schäden an den Bändern oder an der Muskulatur des Rückens liegen. Meistens ist hier die Ursache ein Sturz oder ein Überschlag des Pferdes.

Nährstoffmangel wie Magnesium, Mangan, Selen, Vitamin E und Sekundären Pflanzenstoffen können unter Umständen Ursache für Muskelprobleme sein. Vorwiegend sind blütige Pferde, Pferde aus dem Sport aber auch schon in der Aufzucht nicht ausreichend mineraliserte Pferde betroffen. Klären Sie hier über das Blutbild ab, ob das Pferd an Mangelsituationen leidet und ergänzen sie diese.

Was sind die Symptome von Kissing Spines?

Neben Unwilligkeit beim Reiten können auch Sattelzwang oder Taktunreinheiten auftreten. Schwierigkeiten beim Urinieren und beim Kotabsatz, Wälzen eigeschränktes Wälzen, Verhaltensänderungen, Beschwerden beim Beschlagen, Widerwille gegen Belastung im Rücken mit Einsinken in der Hinterhand, Sattel- und Gurtzwang mit Äußerungen wie: Kopfschlagen, Beißen, Schweifschlagen, mit den Hinterbeinen treten oder aufstampfen, unruhig hin- und hertrippeln, Widerwille rückwärts zu gehen, einseitige oder beidseitige Hinterhandslahmheit, Steifer Gang aus der Hinterhand, abstehender oder eingeklemmter Schweif, Schweifschiefhaltung, Umspringen in Kreuzgalopp, Druckschmerz beim Abtasten der Dornfortsätze und der langen Rückenmuskeln.

Wie diagnostiziere ich Kissing Spines?

Beim Kissing Spines-Syndrom röngt man die Dornfortsätze der Brust- und Lendenwirbelsäule– Bereich der Sattellage und dahinter–, man kann zusätzliche Aufnahmen machen, um weitere Teile der Wirbel und Wirbelgelenke darzustellen.

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